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Aktueller Stand des Scope-3-Revisionsprozesses

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Das GHG Protocol hat eine umfassende Überarbeitung seiner zentralen Standards und Leitlinien gestartet, einschließlich des Scope-3-Standards. Eine eigene Technical Working Group (TWG) überprüft derzeit das gesamte Rahmenwerk mit dem Ziel, eine endgültige überarbeitete Version des Scope-3-Standards bis 2027 zu veröffentlichen.

Wichtig ist, dass es sich hierbei nicht um eine kleine Aktualisierung handelt. Die TWG überprüft unter anderem:

  • alle 15 bestehenden Scope-3-Kategorien
  • Kategorien-Definitionen und Systemgrenzen
  • Datenanforderungen und methodische Optionen
  • und möglicherweise die gesamte Struktur des Scope-3-Rahmens

Auch wenn die Diskussionen noch laufen und die Ergebnisse noch nicht endgültig sind, lassen mehrere zentrale Themen bereits erkennen, in welche Richtung sich der Standard entwickeln könnte.

Zu den derzeit diskutierten Themen gehören unter anderem:

  • die mögliche Einführung einer 16. Scope-3-Kategorie, die Rohstoffe, die als Investitionen gehalten werden, von der aktuellen Kategorie 15 trennt. Dies wäre insbesondere für Energiehändler wie Öl-, Gas- und Stromtrader relevant
  • die Behandlung von Investitionsgütern in verschiedenen Aktivitäten, beispielsweise ob die eingebetteten Emissionen von Fahrzeugen im Upstream- oder Downstream-Transport systematischer erfasst werden sollten
  • Klarstellungen zu Kategoriengrenzen, etwa ob Homeoffice verpflichtend oder optional unter Kategorie 3.7 (Mitarbeiterpendeln) berücksichtigt werden soll oder ob Wartung verkaufter Produkte optional oder verpflichtend unter Kategorie 3.11 (Nutzung verkaufter Produkte) aufgenommen werden sollte
  • eine mögliche Verpflichtung zur Verwendung von Cradle-to-Grave-Emissionsfaktoren für Kraftstoffe und Energie in allen Scope-3-Kategorien, was derzeit optional ist

Insgesamt deuten diese Diskussionen in eine klare Richtung. Das GHG Protocol bewegt sich offenbar hin zu klareren Systemgrenzen, konsistenterer Behandlung zwischen Kategorien und höheren Anforderungen an Datenqualität und Datenvollständigkeit.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist jedoch keine dieser Änderungen endgültig beschlossen. Der Revisionsprozess wird in den kommenden Jahren mit weiteren Konsultationen und Anpassungen fortgesetzt, bevor der überarbeitete Standard offiziell veröffentlicht wird.


Was bedeutet das für Nachhaltigkeitsberater?

Für Nachhaltigkeitsberater und ESG-Expert:innen hat der Scope-3-Revisionsprozess wichtige Auswirkungen – selbst mehrere Jahre vor der Veröffentlichung des neuen Standards.

Kurzfristig ändern sich die Regeln jedoch nicht. Der aktuelle Scope-3-Standard bleibt das maßgebliche Rahmenwerk für die Bilanzierung von Wertschöpfungsketten-Emissionen, und bestehende Emissionsinventare, Klimaziele und Berichte basieren weiterhin darauf.

Gleichzeitig sind die laufenden Diskussionen sehr relevant für zukunftsorientierte Beratung. Sie geben frühe Hinweise darauf, wie sich die Erwartungen an Scope-3-Reporting und Wertschöpfungsketten-Emissionen künftig verschärfen könnten.

Berater können ihre Kunden bereits heute dabei unterstützen:

  • aktuelle Scope-3-Grenzen gegenüber möglichen zukünftigen Klarstellungen zu prüfen
  • Kategorien zu identifizieren, in denen heutige optionale Ansätze künftig verpflichtend werden könnten
  • die Datenqualität in Bereichen zu verbessern, die voraussichtlich stärker geprüft werden

Darüber hinaus unterstreichen diese Entwicklungen eine grundlegende Veränderung in der Rolle von Scope-3-Projekten. Was früher weitgehend eine Modellierungsaufgabe im Carbon Accounting war, entwickelt sich zunehmend zu einer Herausforderung rund um Datenmanagement, Systeme und Lieferantenintegration.

Unternehmen suchen Unterstützung nicht nur bei der Methodik, sondern auch bei:

  • Lieferantendaten und Datenerhebung
  • ESG-Daten-Governance
  • Auditierbarkeit von Emissionsinventaren
  • Abstimmung zwischen Reporting, Klimazielen und Transformationsplänen

Da die Erwartungen an Scope-3-Emissionen und Wertschöpfungsketten-Emissionen weiter steigen, werden Berater, die sowohl den bestehenden Standard als auch die Richtung seiner Weiterentwicklung verstehen, am besten positioniert sein, um Organisationen durch die nächste Phase des Scope-3-Carbon-Accountings zu begleiten.


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